Inhaltsverzeichnis:

1. Herkunft des Havanesers

2. Wesen

3. Pflege

4. Standard

5. Havaneserfarben

 

 

1. Herkunft der Havaneser

Es gibt eine Vielfalt von Theorien, wie der kleine Havaneser entstanden sein könnte.

Eine Theorie besagt, dass spanische Handelskapitäne die kleinen Hündchen mit nach Kuba brachten und sie als kleine Aufmerksamkeit für die Damen der hohen Gesellschaft benutzten. Dies wiederum nützte ihnen, um den ersten Kontakt zu knüpfen und Geschäftsbeziehungen aufzubauen.

Die bekannteste Theorie ist jedoch, dass es auf Kuba bereits eine Kleinhunderasse gab, die den Namen "Blanquito de la Habana" trug und dem heutigen Havaneser sehr ähnlich war. Es handelte sich dabei um einen kleinen weißen und sehr lebendigen Hund, der zudem unheimlich intelligent und gelehrig war.

So wird vermutet, dass durch die Kreuzung mit dem Pudel der heutige Havaneser mit seiner enormen Farbenvielfalt entstand. Dieser kleine neu entstandene Hund machte Karriere auf der Insel und wurde dann nach dessen Hauptstadt zunächst "Havana-Silk Dog", also Havana´s Seidenhündchen, benannt, um dann später den Namen Havaneser zu bekommen. mit der Zeit wurde dieser kleine flinke Hund mit enorm viel Charme zu einem Symbol des Luxus. Als jedoch Fidel Castro 1959 siegte und die Macht über das Land erlangten, verbrannte er die kleinen Havaneser, weil sie für ihn das "lebendige Symbol des Kapitalismus" darstellten und damit nicht akzeptiert werden durften.

Es ist lediglich einigen Exilkubanern zu verdanken, dass es den Havaneser heute noch gibt, da es ihnen während der Kennedy-Ära gelang, sich selbst und ihre Hunde in Sicherheit zu bringen, indem sie nach Amerika flüchteten. Allein dadurch war es möglich, dass diese Hunderasse geschützt werden konnte und dann 1981 von einer deutschen Züchterin erstmals nach Deutschland importiert werden konnte. Diese beiden Havaneser bilden nicht nur das Fundament für die Havaneserzucht in Deutschland sondern auch für ganz Europa.

2. Wesen und Charakter der Havaneser

Für die meisten Menschen ist die Beschreibung eines Havanesers ganz einfach:

"Der Havaneser ist der Hund mit dem Herzen aus Gold!"

Der Havaneser besticht durch seine witzige, offene, ehrliche, aber vor allem auch neugierige Art. Zudem ist er außerordentlich intelligent und clever und stets bereit, für ein paar Leckerlies wunderbare kleine neue Kunststücke zu lernen. Agility und Dog Dancing lernt er mit Begeisterung.

Da er ein friedliches und liebes Wesen hat und auch keinen Jagdtrieb besitzt, kommt er gut mit anderen Haustieren aus. Für manche Allergiker ist er auch gut geeignet, da er keinen Haarwechsel durchmacht.

Selbst Liebhaber größerer Hunderassen sind meist schnell von dem Charme und Charisma des Havanesers überzeugt und so erobert er im Nu jedermanns Herz. Aber auch wenn er zu den Kleinhunderassen gehört, möchte er behandelt werden wie ein Großer. Der Havaneser möchte als vollwertiges Familienmitglied integriert und ernst genommen werden, denn er liebt seine Familie über alles und fühlt sich dort am Wohlsten. Ein Havaneser würde alles tun, nur um seiner Familie zu gefallen und ist damit folglich sehr auf seine Familie bezogen. Was aber nicht heißt, dass er nicht mal alleine bleiben kann. Denn das Schöne ist, er gehört nicht zu den Kläffern.

Für Havaneser gibt es nichts Schöneres auf der Welt, als mit Kindern um die Wette zu spielen und über Wiesen zu tollen. Er ist stets aufgeweckt und liebevoll und fordert seine Familie immer wieder zu einem ausgedehnten Spiel auf. Oft kann er sich nur schwer entscheiden, ob er nun lieber mit einem tierischen Kumpel spielt oder doch lieber mit einem jungen Erdenbürger.

Allerdings ist ein Havaneser-Welpe nicht für das Spiel und Toben mit Kleinkindern geeignet, was aber nicht bedeuten soll, dass man sich in dieser Phase des Lebens keinen Havaneser-Welpen in die Familie holen kann. Es ist lediglich darauf zu achten, Kleinkinder und Welpe nicht ohne Aufsicht zusammen spielen zu lassen.

Ein Havaneser ist sehr anpassungsfähig. Er kann sich, wenn es sein muss, auch stundenlang auf seine ganz eigene Weise leise und ruhig zurückziehen, wenn gerade keine Zeit für ihn da ist. Bekommt er aber mit, dass sich jemand anzieht, ist er sofort zur Stelle, um seine Familie auf einen Spaziergang zu begleiten.

3. Fellpflege der Havaneser

Solange der Havaneser sich noch im Welpenalter befindet, ist es ratsam ihn regelmäßig zu bürsten bzw. zu kämmen. Er kann sich somit von klein auf an an das Bürsten gewöhnen und empfindet es später als Streicheleinheit. Es ist also unbedingt darauf zu achten, den Welpen während dieser ganzen Prozedur auf keinen Fall zu stressen, indem man mit ihm schimpft falls er nicht still hält oder ähnliches. Macht der Havaneser-Welpe seine Sache gut, so ist es unerlässlich den Kleinen ausgibig zu loben und ihm immer wieder mal mit Leckerlies zu zeigen, dass er das genau richtig macht. So wird man später wesentlich weniger Probleme haben oder vielleicht sogar gar keine.

Es ist wichtig beim Kämmen darauf zu achten, wirklich gründlich bis auf die Haut durch zu kämmen. Am Besten kämmt man Schicht für Schicht von unten nach oben durch, hinter den Ohren und unter den Achseln nicht vergessen. Das sind Stellen die besonders schnell verfilzen. Tut man dies nur oberflächlich, so ist gerade in den ersten ein bis zwei Jahren die Gefahr von Verfilzungen sehr groß, denn in dieser Zeit befindet sich das Fell des Jungtieres weiterhin im Aufbau, um dann schließlich mit etwa zwei Jahren das Erwachsenen-Fell ausgebildet zu haben.

Hat der Welpe sich an die täglich Pflege gewöhnt, so reicht es in den folgenden Monaten aus, ihn alle zwei Tage zu bürsten, um Verfilzungen vorzubeugen. Hat er sein Erwachsenen-Fell ausgebildet, so genügt meistens ein Durchkämmen einmal die Woche. Gibt man sich mit der Pflege des Fells von Anfang an viel Mühe, wird die tägliche Pflege kaum Zeit in Anspruch nehmen, denn sowohl der Hund, als auch der Halter sind darin geübt und das Fell leidet gar nicht erst unter Verfilzungen.

Der Havaneser ist ein Langhaarhund und sollte auch einer bleiben. Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn man ihn von einem Fachmann etwas kürzen läßt, jedoch sollte man ihn auf keinen Fall Scheren. Denn sein langes Fell dient ihm auch als Schutz im Sommer, wie im Winter.

Außerdem ist es beim Havaneser nötig ihm von Zeit zu Zeit die Haare in den Ohren zu zupfen, die Ballen frei zu schneiden und evtl. die Krallen zu kürzen. Wenn man sich dies nicht zutraut, hilft einem dabei der Hundefrisör gerne weiter.

4. FCI - Standard Nr. 250/ 12.01.2009 / D

Havaneser (Bichon havanais)

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD:

Der Havaneser ist ein kleiner, kräftiger, niederläufiger Hund; sein Haar ist lang, üppig, weich und vorzugsweise gewellt. Sein Gangwerk ist lebhaft und elastisch.

WICHTIGE PROPORTIONEN :

Die Länge des Fangs von der Nasenspitze zum Stop entspricht der Länge des Schädels vom Stop zum Hinterhauptstachel. Das Verhältnis zwischen der Körperlänge (gemessen zwischen Buggelenk und Sitzbeinhöcker) und der Widerristhöhe beträgt 4:3.

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN):

Speziell aufgeweckt und leicht zum alarmgebenden Hund zu erziehen; liebevoll und fröhlich, anziehend, bezaubernd, spielerisch, sogar etwas närrisch. Er liebt Kinder und spielt unentwegt mit ihnen.

KOPF:

Mittelgross; das Verhältnis der Länge des Kopfes zur Länge des Rumpfes (vom Widerrist bis zum Rutenansatz gemessen) beträgt 3:7.

OBERKOPF

Schädel : Flach bis sehr wenig gewölbt, breit; Stirn wenig ansteigend; von oben gesehen ist der Schädel hinten abgerundet, an allen anderen Seiten fast gerade und viereckig.

Stop : Mässig ausgeprägt.

GESICHTSSCHÄDEL

Nasenschwamm : Schwarz oder braun.

Fang : Er verjüngt sich leicht und progressiv gegen den Nasenschwamm zu; nie spitz oder stumpf.

Lefzen : Dünn, trocken, gut anliegend.

Kiefer / Zähne : Scherengebiß. Ein vollständiges Gebiß ist erwünscht; das Fehlen der PM 1 (Prämolaren 1) und der M3 (Molaren 3) wird geduldet.

Backen : Sehr flach, nicht vorstehend.

Augen : Ziemlich groß, mandelförmig, so dunkelbraun wie möglich. Ausdruck freundlich. Die Umrandung des Auges soll dunkelbraun bis schwarz sein.

Ohren : Relativ hoch angesetzt; sie fallen längs der Backen und bilden eine unauffällige Falte, die sie leicht anhebt; sie laufen wenig spitz aus; sie sind von langen Fransen besetzt. Weder windmühlenartig abstehend noch dicht an den Backen anliegend.

HALS :

Von mittlerer Länge.

KÖRPER :

Die Länge des Körpers übertrifft um weniges die Widerristhöhe.

Oberlinie : Gerade, über den Lenden leicht gewölbt.

Kruppe : Gut abfallend.

Rippen : Gut gewölbt.

Untere Profillinie und Bauch: Gut aufgezogen.

RUTE :

Hoch getragen, entweder in Form eines Krummstabs oder, vorzugsweise, über dem Rücken gerollt; die Befederung ist lang und seidig.

GLIEDMASSEN

VORDERHAND : Vorderläufe gerade und parallel, trocken; gute Knochenstruktur. Der Abstand vom Boden bis zum Ellenbogen soll denjenigen zwischen Ellenbogen und Widerrist nicht übertreffen.

HINTERHAND : Gute Knochenstruktur; mässige Winkelung.

PFOTEN : Leicht länglich in ihrer Form, klein; Zehen eng aneinander- liegend.

GANGWERK :

 Der Bewegungsablauf beim Havaneser ist seinem fröhlichen Wesen entsprechend auffällig leichtfüssig und elastisch. Die gerade nach vorne gerichteten Vorderläufe bewegen sich frei, während die Hinterläufe in gerader Linie für den nötigen Schub sorgen.

HAARKLEID

HAAR : Das wollene Unterhaar ist schwach entwickelt, oft ganz fehlend. Das Deckhaar ist sehr lang (12 - 18 cm bei einem erwachsenen Hund), weich, glatt oder gewellt und kann lockige Strähnen bilden. Jedwede Zurechtmachung, jedes Ausgleichen der Länge der Haare mit der Schere und jede Art von Trimmen sind verboten. Ausnahme : die Säuberung der Haare an den Pfoten ist zulässig; die Haare auf der Stirne dürfen leicht gekürzt werden, damit sie die Augen nicht bedecken; auch die Haare am Fang dürfen leicht gekürzt werden.

FARBE : Selten vollständig reinweiß, falbfarben in verschiedenen Tönungen (leicht schwarz gewolkt ist zulässig), schwarz, havanna-braun, tabakfarben, rötlichbraun, Flecken in den erwähnten Farben sind zulässig. Brand- Markierungen sind in allen Schattierungen erlaubt.

GRÖSSE :

Widerristhöhe : 23 bis 27 cm.

Toleranz : von 21 bis 29 cm.

FEHLER :

Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu beachten ist.

SCHWERE FEHLER:

• Allgemeines Erscheinungsbild atypisch. • Fang spitz oder stumpf, nicht gleich lang wie der Schädel. • Raubvogelaugen; Augen zu tief eingesetzt oder vorstehend; Umrandung der Augen teilweise depigmentiert. • Körper zu lang oder zu kurz. • Rute gerade, Rute nicht hoch getragen. • Vorderläufe in « französischem Stand » (Vorderfußwurzel eng-stehend, Pfoten nach außen gedreht). • Mißgebildete Hinterpfoten. • Haar hart, zu wenig üppig; kurzes Haar außer bei den Welpen; zurechtgemachtes Haar.

AUSSCHLIESSENDE FEHLER :

• Aggressiv oder ängstlich. • Nasenschwamm depigmentiert. • Vorbiß oder Rückbiß. • Entropium, Ectropium; Umrandung eines oder beider Augen depigmentiert. • Über- oder Untergröße. Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.

N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.

 

5. Der Havanser ist nicht nur ein kleiner Herzensbrecher er besticht auch durch seine vielfältige Farbauswahl.

http://www.felici-animali.be/PdC_en_colours.htm

(auf dieser Seite mit der linken Maustaste, kann man sich eine Übersetzung in deutsch anzeigen lassen)